Interview mit Gil Breth (CTO)

Die ersten 100 Tage als entrafin’s CTO

Im Interview mit Gil Breth

Gil Breth, CTO, entrafin GmbH

Gil Breth, CTO, entrafin GmbH

Gil BrethDiplom-Wirtschaftsinformatiker, spezialisiert auf die Bereiche Digital-Business und Software Engineering – ist Chief Technical Officer (CTO) der entrafin GmbH. In der Vergangenheit war er Co-Founder des Tech Hub Europe, IT-Berater und Gründer der netSTART Systems. Nun trägt Gil Breth die Unternehmensvision der entrafin GmbH in die IT-Struktur. Neben der technologischen Ausrichtung kümmert er sich um die Produkt-Entwicklung und das Digitale Business Development des Unternehmens.

Wie kam es dazu, dass du CTO bei entrafin geworden bist? Schließlich pendelst du täglich zwischen dem Ruhrgebiet und Köln. Wie passt das in deine Work-Life-Balance?

Nach 7 Jahren als geschäftsführender Gesellschafter habe ich den Entschluss gefasst nochmal etwas anderes machen zu wollen. Über mein persönliches Netzwerk habe ich erfahren, dass entrafin einen neuen CTO sucht. Mein beruflicher Mittelpunkt lag schon immer in Köln, deshalb war die Strecke für mich nicht neu. Wichtiger als die Fahrtstrecke ist für mich vielmehr die Vision des Unternehmens und das Team. Und beides hat mich schon beim ersten Kennenlernen überzeugt.

Die Zeit im Auto versuche ich so gut wie möglich zu nutzen, z.B. zur Vor- und Nachbereitung meines Tages. So gehe ich meine ToDos durch und fasse abends nochmal nach, welche Aufgaben noch offen sind. Manchmal nutze ich die Fahrzeit aber auch um Freunde und Familie mit einem spontanen Anruf zu überraschen oder um Podcasts zu hören. Somit lässt sich diese eigentlich tote Zeit gut nutzen. Zudem haben wir eine sehr angenehme Home-Office Regelung, die es mir erlaubt, die Fahrzeit auf ein Minimum zu reduzieren.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei dir aus?

Die erste Stunde des Tages reserviere ich in der Regel für E-Mails und Nachrichten. Zunächst verschaffe mir einen Überblick über die wichtigsten Themen. Die Herausforderung dabei ist es, zu unterscheiden was wirklich wichtig ist. Dabei gehe ich immer nach dem gleichen Schema vor. Ich teile meine Themen in wichtig, später, abzugeben und unwichtig ein. Wichtiges wird sofort erledigt, idealerweise noch am gleichen Tag. Aufgaben, die mehr Zeit benötigen, werden mit einer Deadline versehen und später erledigt. Themen, die ich gut abgeben kann, leite ich an andere Teammitglieder weiter. Unwichtiges wird sofort verworfen. 

Anschließend stimme ich mich mit unseren verschiedenen Teams ab, wo wir in unserer Agenda für die jeweiligen Projekte stehen und welche Herausforderungen wir aktuell meistern müssen. Danach entscheide ich, wo ich am besten unterstützen kann, damit die Teams ihre Ziele erreichen.

Und womit beschäftigt sich ein CTO in seiner Freizeit?

Meine Freizeit verbringe ich größtenteils mit meiner Familie. Hier verbringe ich so viel Zeit wie möglich mit unserem Nachwuchs, der aktuell Fußballspielen für sich entdeckt hat. Und wenn ich nicht gerade kicke, stehen Spieleabende mit Freunden und Familie auf dem Plan. Natürlich, um das Klischee des Techies zu erfüllen, bastle ich zurzeit noch an diversen SmartHome Projekten.

Welche Ziele hast du dir für die ersten 100 Tage gesetzt? Welche hast du erreicht?

Ausgehend von meiner Erfahrung in der Zusammenarbeit mit Start- und Grown-ups hatte ich bereits im Vorfeld eine Vorstellung davon, wo sich das Unternehmen in seinem Lebenszyklus befindet und welche Themen als Nächstes anstehen werden. Somit habe ich die ersten Tage mit einer Inventarisierung des Unternehmens verbracht. Dabei ist mein Ziel, sich mit allen Bereichen so viel wie möglich auszutauschen. Darüber hinaus habe ich auch an Kundengesprächen teilgenommen, um die Themen und Anforderungen unserer Kunden besser zu verstehen. Ich habe mir die wichtigsten Prozesse und Abläufe erläutern lassen und welche Ideen zurzeit (noch) in den Schubladen liegen. Anschließend habe ich mir ein Big Picture des Unternehmens gemacht. Daraus habe ich die Bedarfe und Ziele abgeleitet und begonnen digitale Lösungen aufzuzeigen, die bei der Erfüllung dieser helfen können. Dabei ist es mir sehr wichtig, sich nicht aus der Perspektive der Technik den Problemstellungen anzunähern.

Welche Ziele stecken noch in der Pipeline?

Im Ergebnis hat sich damit nach den ersten 100 Tagen eine Pipeline an Projekten und Initiativen ergeben, die es jetzt abzuarbeiten gilt. Und es steckt im Moment einiges in unserer Pipeline. Das beginnt bei kleinen Verbesserungen in unseren Kernanwendungen, von denen unsere Kunden und Mitarbeiter gleichermaßen profitieren, bis hin zu neuen Projekten, die unsere Prozesse z.B. durch den Einsatz von Machine Learning verbessern. Sowie die Einführungen neuer Anwendungen, die unsere Daten noch besser miteinander verknüpfen, um daraus neue Produkte und Services für unsere Kunden abzuleiten.

Warum arbeitest du in einem FinTech und welche Herausforderungen gibt es hier aktuell?

Für mich war es in erster Linie wichtig, ein Unternehmen zu finden, das den Status quo kritisch hinterfragt und sein Geschäftsmodell immer wieder auf den Prüfstand stellt. Bei einigen (größeren) Unternehmen vermisse ich dies zurzeit leider schmerzlich. Dort steht eher Bestandsbewahrung auf der Tagesordnung. 

Allerdings muss ich zugeben, dass entrafin kein FinTech im klassischen Sinne ist. Das Team, das ich hier gefunden habe, ist geprägt von langjähriger Erfahrung. So war ich z.B. positiv überrascht, dass es in den ersten Gesprächen nicht um Blockchain und Künstliche Intelligenz ging. Sondern viel mehr darum, welche Herausforderungen im Markt existieren und die kritische Frage, welches Thema und welchen Hype man ernsthaft nachverfolgen sollte.

Und welche Themen sind das, vielleicht KI, Blockchain, Skalierbarkeit, um nur ein paar der Buzzwords zu nennen?

Darüber möchte ich an dieser Stelle noch nicht allzu viel verraten, aber wir befassen uns sehr intensiv mit den Themen Machine Learning und Blockchain. Im Bereich Machine Learning sind wir aufgrund des Datenbestands, über den wir mittlerweile verfügen, in der Position interessante Erkenntnisse abzuleiten und diese direkt in unsere Produkte und Services einfließen zu lassen. Die Blockchain ist ein ganz anderes Thema. Wir haben für uns den ein oder anderen Anwendungsfall identifiziert, für den wir uns eine blockchain-basierte Lösung sehr gut vorstellen können. Hier wägen wir allerdings gegen bereits vorhandene Lösungen im Markt ab und da muss sich noch zeigen, ob eine Blockchain-Lösung schneller, günstiger oder zuverlässiger ist. So viel sei verraten, was ich hier bereits sehe, lässt mich sehr zuversichtlich sein mit Blick auf das, was wir zukünftig in diesem Bereich noch machen werden.

Schnell & unkompliziert zur Einkaufsfinanzierung

  • Schnelles Working Capital
  • Kostenloses Finanzierungsangebot
  • Keine dinglichen Sicherheiten
  • Ohne bürokratischen Aufwand
  • Mit persönlicher Beratung